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Vom Brünigpass auf das Brienzer Rothorn

Von Jasmin | Letzte Aktualisierung am 29. Oktober 2019

Das Brienzer Rothorn ist ein 2.350 Meter hoher Berg in den Emmentaler Alpen in der Schweiz. Er kann auf wunderschönen Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade erwandert werden, unter anderem vom Brünigpass aus.

Wir haben uns nach etwas Recherche und persönlichen Empfehlungen für den Höhenwanderweg vom Brünigpass auf das Brienzer Rothorn entschieden.

Diese Wanderung gehört zu meinen persönlichen Highlights. Selten habe ich spektakulärere Aussichten gehabt. Hier findest du meinen Tourenbericht und Bilder zur Höhenwanderung Brünigpass – Rothorn.

Eckdaten

  • Höhe: 2.350 Meter
  • Dauer: 5,5 Stunden (Aufstieg)
  • Kilometer: 12,5
  • Startpunkt: Brünig
  • Ziel: Brienzer Rothorn
  • Schwierigkeit: Medium
  • SAC-Wanderskala: T3, anspruchsvolles Bergwandern
  • Seilbahn an Ziel vorhanden: Ja

Ausrüstungsempfehlung

Anreise und Aufstieg zum Brienzer Rothorn

Wir haben einen direkten Zug von Luzern zum Startpunkt nach Brünig-Hasliberg genommen, der nur eine Stunde gedauert hat. Unser Zug ist um Sieben Uhr morgens losgefahren, sodass wir um Acht Uhr unsere Wanderung starten konnten. Von Brünig-Hasliberg bis zum Brünigpass sind es nur 5 Minuten.

Nach unserer Ankunft mussten wir uns sofort warm anziehen, denn der Pass liegt auf 1.000 Metern Höhe und den Temperaturunterschied haben wir sofort zu spüren bekommen.

In unmittelbarer Nähe der Haltestelle hat uns die Beschilderung direkt auf den Wanderweg zum Brienzer Rothorn geführt. Dann ging es sportlich los: Über Treppen, Wald und Wiesen führte der Weg einige Höhenmeter nach oben.

Die erste dreiviertel Stunde wanderten wir durchgehend im Wald, an einzelnen Lichtungen boten sich uns jedoch immer wieder Blicke auf die Berner Hochalpen. Der Weg war zunächst breit und ausgebaut, dann wurde er schmaler und zugewachsener. Nach Verlassen des Waldes verlief der Weg dann vorbei an Wiesen und Almhütten.

Brünigpass Hütten in den Emmentaler Alpen

Wir hatten Glück und haben bereits im ersten Drittel unserer Wanderung ein Reh und einige Gämse gesehen. Steinböcke, die man auf dem Rothorn durchaus auch entdecken kann, waren leider nicht dabei.

Nach etwa ein und halb Stunden bot sich uns die einmalige Aussicht in die Berner Hochalpen und auf den Brienzer See, die meine bisherigen Wanderungen in den Schatten gestellt hat. Deswegen haben wir uns auf die nächste Bank gesetzt, die in Richtung Berner Alpen und Brienzer See ausgerichtet war und haben unsere erste Brotzeit „with a view“ genossen.

Brienzer Rothorn Wanderweg Brotzeit auf der Rothorn Höhenwanderung Hoehenwanderweg auf das Brienzer Rothorn mit Aussicht auf den Brienzer See

Gut zu wissen: Du kannst auch von Sörenberg aus auf das Brienzer Rothorn wandern. Diese Wanderung wird allerdings weniger empfohlen, da sie sehr steil ist. Auch von Brienz aus kannst du den Gipfel besteigen, oder mit der berühmten Zahnradbahn hochfahren.

Auf rund 1.800 Metern befand sich eine Weggabelung: der untere Weg führte am Südhang des Brienzergrates entlang zum Eiseesattel. Da er nur 3 Stunden statt 3,5 Stunden benötigte haben wir uns für den unteren Weg entschieden und es nicht bereut.

Der weitere Wanderweg führte entlang der Bergflanke und bot uns ein einmaliges Hochalpenpanorama. Er forderte aber höchste Konzentration, denn zu unserer Linken befanden sich nicht nur die spektakuläre Aussicht, sondern auch ein steiler Hang nach unten. Erfahrung am Berg, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier ein absolutes Muss. Auf dem Weg lag sogar ein Wasserfall, den wir vorsichtig passieren mussten.

Bald haben wir auch festgestellt, dass auf dem Rothorn Schnee lag. Was natürlich märchenhaft aussieht kann für einen Wanderer riskant werden. Zunächst waren wir uns nicht sicher, ob wir ausreichend für Schnee ausgestattet waren, wir riskierten es dann aber. Wäre der Schnee zu tief gewesen, hätten wir nicht gut profilierte Wanderschuhe und Wanderstöcke gehabt oder hätte eine gewisse Rutschgefahr durch Glätte bestanden wären wir wieder umgedreht.

Bruenigpass-Rothorn-steiler-Hang Rothorn Höhenwanderung Eisee am Brienzer Rothorn Schnee auf der Brienzer Rothorn Besteigung

Etwa zwei Stunden vor dem Gipfel ging es erstmal etwas bergab, um uns dann nochmal Einiges abzuverlangen: Etwa ein und halb Stunden wanderten wir steil bergauf, zunächst mit nur etwas Schnee, am Eisee angekommen war der Schnee dann jedoch teilweise sehr tief, an anderen Stellen matschig und rutschig. Da der Weg jedoch wieder etwas breiter war waren wir auf der sicheren Seite und es bestand keine Absturzgefahr.

Gut zu wissen: Insbesondere ab dem Herbst musst du dich darüber informieren, ob auf dem Rothorn Schnee liegt. Unterschätze die Gefahren nicht, die sich dadurch ergeben können.

Ich war froh, dass wir unsere Trekkingstöcke dabei hatten, denn sie haben nicht nur bei den steileren Teilen des Wanderwegs einen guten Kraftausgleich ermöglicht, sondern gaben mir auch eine gewisse Sicherheit und Stabilität auf den schmalen Pfaden und im Schnee.


Brienzer Rothorn und Sörenberg Seilbahn

Nach 5,5 Stunden, genau wie auf der Beschilderung in Brünig angegeben, sind wir angekommen. Wir haben drei kurze Pausen gemacht, das heisst, wir waren mit gutem Tempo unterwegs. Der Gipfel war im Vergleich mit dem sehr überlaufenen Pilatus oder der Rigi recht einsam.

Die Mühe des Aufstiegs hat sich gelohnt, denn das 360° Panorama war Gold Wert. Eiger, Mönch und Jungfrau und viele weitere schneebedeckte 4000er thronten majestätisch hinter dem türkisblauen Brienzer See in die Höhe. Nordöstlich lagen die etwas kleineren Gipfel der Zentralschweiz Alpen wie die Rigi und der Pilatus – noch ganz ohne Schnee. Wir packten uns warm ein und genehmigten uns unsere wohlverdiente Brotzeit mit unvergesslicher Aussicht.

TheHikeTribe auf dem Brienzer Rothorn

Unser Gipfelglück auf dem Brienzer Rothorn.

Brienzer See zwischen den Alpen

Die Aussicht von der Seilbahnstation: Der türkisfarbene Brienzer See zwischen Emmentaler Alpen und Berner Hochalpen.

In nur 10 Minuten rutschiger Entfernung befand sich die Seilbahnstation nach Sörenberg. Dort mussten wir noch eine halbe Stunde auf unsere Seilbahn warten. Die Wartezeit haben wir genutzt, um uns auf die Aussichtsterrasse zu setzen, den blauen Himmel und die warmen Sonnenstrahlen zu geniessen. Dann machten wir uns mit Seilbahn, Postauto und Zug auf den Rückweg nach Luzern.


Wir bedanken uns von Herzen bei der Stadt Luzern für das Zusteuern der Rothorn Seilbahntickets.

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