Mount Batur Sunrise Trek auf Bali

Der Mount Batur Sunrise Trek ist ein beliebter Trek auf den zweithöchsten Vulkan Balis (1717 Meter) und wird von den einen gehasst und den anderen geliebt. Der Trek ist für Anfänger eine Herausforderung, für bereits erfahrene „Bergsteiger“ eine einfache Tour. Der aktive Vulkan „Gunung Batur“ gilt nach den Hindus als einer der heiligen Berge und die umgebende Landschaft ist atemberaubend.

Wir haben den Trek vor einem Jahr gemeinsam mit Freunden aus Deutschland gemacht. Der Ausflug startete mitten in der Nacht: Wir wurden um 1.30 Uhr in der Früh von unserer Haustür in Pererenan abgeholt und zum Startpunkt Toyabungkah im Distrikt Kintamani gefahren. Bis dorthin waren es etwa zwei Stunden Fahrt. Angekommen wurden wir unserem Guide vorgestellt: Bagawata war ein junger Balinese, der über beide Ohren strahlte, viel zu erzählen hatte und neugierig Fragen stellte. Er überreichte uns ein paar Kekse und unsere Taschenlampen, da es bei einem Sunrise Trek logischerweise stockduster ist. Nachdem jeder nochmal eine Toilette aufsuchte ging es auf 600 Höhenmetern los.

Der Trek ist in drei Bases aufgeteilt. Die erste Base ist anfangs wirklich sehr einfach und fühlt sich fast wie ein Spaziergang an. Irgendwann gab es eine Abzweigung und wir wurden gefragt, ob wir den schweren aber kürzeren Weg nehmen wollten, oder den längeren, aber leichteren Weg bevorzugten. Wir entschieden uns für den schwereren Weg. Hier angefangen wurde es etwas steiler. Die zweite Base war dann nicht nur steil, sondern insgesamt herausfordernder. Die Wege wurden enger und aufgrund der Dunkelheit sahen wir nicht mehr wo wir hintraten und mussten teilweise richtig klettern. Nach unten schauend sah man lauter Lichter der Taschenlampen aufgereiht auf dem Weg zum Mount Batur. Apropos Taschenlampe: Die unseres Freundes gab bereits am Anfang den Geist auf und so musste er den Weg mit seinem Handy beleuchten. Gegen Ende der zweiten Base stand ein kleines Häuschen, an dem man eine Pause machen konnte, allerdings war es so kalt, dass wir nicht aufhören wollten uns zu bewegen.

Ich tat mich während des Aufstiegs ziemlich schwer, da ich mich an dem Tag nicht fit fühlte und die Kombination mit der zunehmenden Höhe und der Ahnungslosigkeit, wo ich genau hintrat, mich ganz schön mitnahm. Die Guides waren aber sehr hilfreich und geduldig. Die Base zwei dauerte am Längsten. Base drei erforderte viel Konzentration, da es steil bergauf ging und der Weg voller Geröll war und es dadurch sehr rutschig wurde.

Mount Batur Eckdaten

  • Schwierigkeitsstufe: Moderat
  • Kosten: 300 k – 500 k IDR
  • Dauer Mount Batur Trek: Vier Stunden gesamt
  • Höhe bis zur Spitze: 1717 Meter
  • Temperatur: 8° bis 15° Celsius
  • Ort: Toyabungkah im Distrikt Kintamani
  • Parkmöglichkeiten: Ja
  • Toilette: Am Startpunkt

Benötigtes Equipment

  • Wanderschuhe oder Sportschuhe
  • Warme Bekleidung, Schal, Mütze
  • Kamera
  • Trinken und Snacks

Nach etwas mehr als zwei Stunden Aufstieg in der Dunkelheit kamen wir oben an. Und dort war es wirklich kalt und nebelig und wir mussten alle mitgenommenen Klamotten anziehen und uns dicht nebeneinander setzen. Wir bekamen ein spärliches Frühstück und der versprochene Kaffee blieb leider aus.

Leider zog der Nebel nicht weiter und so haben wir den Sonnenaufgang, für den wir den ganzen Weg nach oben gestiegen waren, verpasst. Die Natur spielt wie sie spielt und so muss man eben auch mit Nebel rechnen. Was ich allerdings enttäuschend fand war das Frühstück. Anders, als angekündigt, war das weder köstlich noch vom Dampf des aktiven Vulkans zubereitet.

Enttäuscht machten wir uns auf den Rückweg. Auf dem Weg nach unten wurde es dann klarer und wir durften doch noch die atemberaubende Landschaft bestaunen. Allein für diesen Ausblick hatte sich die Tour gelohnt. Der Abstieg ist jedoch gar nicht so einfach, da der Weg hier aus Geröll besteht und man aufpassen muss, dass man sich auf den müden Beinen halten kann.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz unterhielt ich mich sehr lange mit unserem Guide Bagawata und fand heraus, dass er zweimal täglich Gruppen zum Mount Batur leitete und pro Aufstieg lediglich 100.000 indonesische Rupiah verdiente. Wir bezahlten für den Sunrise Trek insgesamt 3.000.000 indonesische Rupiah und ich konnte kaum fassen, wie wenig der Guide davon abbekam. Diese Information versetzte mir einen ordentlichen Dämpfer und bestätigte die Dinge, die wir vor unserem Trek über die mafiösen Machenschaften rund um die Vulkantouren hörten.

Der Trek kann meiner Meinung nach auch ohne Guide stattfinden, da so viele Gruppen unterwegs sind, dass es schwer ist sich zu verlaufen. Wir haben am Anfang des Treks jedoch mitbekommen, dass eine Gruppe eigenständiger Wanderer davon abgehalten wurden den Mount Batur zu besteigen.

Über Jasmin 15 Artikel
Hi, ich bin Jasmin. Neben Yoga ist es die Natur, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Deswegen schätze ich kaum etwas so sehr wie ein gutes Outdoor-Abenteuer.

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