Wandern zum Naranjo de Bulnes (Picu Urriellu)

Wandern in Nordspanien

Der Naranjo de Bulnes, auch als Picu Uriellu bekannt, gehört zu den beeindruckensten Berggipfeln der Picos de Europa. Seine glatte Westwand wird sogar mit dem Eiger verglichen und zieht viele Kletterer in den Nationalpark. Für Wanderer ist das Ziel das Refugio de Vega Urriellu am Fuß des Picu Urriellu.

Ich habe die Wanderung zum Refugio de Vega Urriellu zwar als sehr anspruchsvoll empfunden, die umgebende Landschaft ist meiner Meinung nach jedoch die Mühe wert: saftige Wiesen, tiefe Täler, umgebende Bergmassive und bei gutem Wetter sogar ein Ausblick auf das kantabrische Meer. Auf der Wanderung mussten wir sogar hin- und wieder Platz machen für vorbeiziehende Kühe und Pferde. Aus einiger Entfernung konnten wir auch einige Gämse beobachten. Diese Wanderung ist ein Must-Do wenn du in Nordspanien unterwegs bist und gerne auch anspruchsvollere Wanderungen unternimmst.


Eckdaten

  • Trek: Anspruchsvoller Aufstieg zum Fuß des Picu Urriellu
  • Dauer: 9 Stunden
  • Länge: 24 Kilometer
  • Höhe: etwa 2000 Meter am Refugio de Vega Urriellu
  • Schwierigkeitsstufe: schwer
  • Ort: Nationalpark Picos de Europa
  • Parkmöglichkeiten: Ja
  • Übernachtung: Im Bergdorf Sotres

Benötigtes Equipment

  • Ausreichend Snacks und Wasser
  • Unbedingt Hut und Sonnencreme
  • Winddichte Jacke
  • Gute Wanderschuhe
  • Tagesrucksack

Startpunkt zum Naranjo de Bulnes im Bergdorf Sotres

Startpunt unserer Wanderung zum Naranjo de Bulnes war das romantischen Bergdorf Sotres. Wir sind am vorigen Abend dort mit unserem Van angekommen und haben auf einem Parkplatz übernachtet.

Das Bergdorf Sotres ist eines der am höchsten gelegenen Dörfer im Nationalpark Picos de Europas und liegt in der Provinz Asturien, in der Gemeinde Cabrales. Wir haben uns vorher informiert, von wo aus die Wanderung zum Naranjo de Bulnes starten kann und Sotres gewählt.

Das Dorf hat viele Steinhäuser, und Restaurants. Wir haben uns dort direkt ein (oder zwei) San Miguel gegönnt und die spanischen Bocadillos mit dem dort hergestellten Käse probiert. Unbedingt nachmachen!

Unsere Tour zum Naranjo de Bulnes haben wir morgens um kurz vor 9 Uhr gestartet.

Der Aufstieg bis zum Fuß des Naranjo de Bulnes

Von Sotres aus geht es eine Straße in das Tal hinab und durch ein verlassenes kleines Bergdorf hindurch. Danach folgt ein leichter Anstieg durch einen Waldabschnitt, sodass du noch angenehm im Schatten läufst. Bis zum Weidenland sind hin- und wieder Autos an uns vorbeigefahren, die ihren Startpunkt näher am Naranjo de Bulnes angesetzt haben. Daher finde ich die Wanderung von Sotres bis zu dem Punkt aus, wo die letzten Autos parken, auch nicht besonders reizvoll.

Daraufhin wird es atemberaubend schön, aber auch steiler, schlechter ausgebaut und weniger schattig. Du wanderst auf einer saftigen Weide, auf der auch Kühe stehen und kannst das tolle Grün genießen, für das Nordspanien so bekannt ist. Die Strecke führt zunächst mit leichter Steigung durch Grashalden und später durch Schrofen.

Grün, grüner, Nordspanien. Du wirst überrascht sein, wie beeindruckend die Natur im Picos de Europa ist.
Wusstest du, dass in einem Jahr mehr Menschen durch Kühe sterben als durch Haie? Nun verstehe ich auch, warum das so ist.
Schatten gibt es nurnoch selten und man ist der Sonne ausgesetzt, deswegen ist Sonnencreme und eine Kopfbedeckung unabdingbar. Was am Anfang noch relativ erkennbarer Weg ist wird gegen später eine nicht mehr zwingend vorhandene und steile Wegspur.

Für mich persönlich war der Ausblick auf das Meer, den wir während der Wanderung genießen konnten, das Highlight. Auch die umgebenden Berggipfel und die tiefen Schluchten waren die Anstrengung wert. Auf der Weidenlandschaft ist ein Pferd geradeaus auf uns zugaloppiert, was uns einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat, jetzt aber eine lustige Erinnerung bleibt.

Ich bin froh, dass ich meine griffen Wanderschuhe anhatte, sodass ich während dem Wandern zum Picu Urriellu guten Halt hatte. Die Steigung und die Sonne haben mir ordentlich zu schaffen gemacht und so habe ich viele Pausen und viel gutes Zureden gebraucht. Danke hier nochmal an Jan, meinen liebevollen Motivator.

Ankunft am Fuß des Naranjo de Bulnes: Refugio de Vega Urriellu

Nach etwa vier und halb Stunden sind wir beim Refugio de Vega Urriellu am Fuß des Naranjo de Bulnes angekommen und haben Brotzeit gemacht und den Kletterern beim erklettern des Gipfels zugeschaut. Das Refugio ist eine einfache Unterkunft mit Bettenlager, in denen die Kletterer nach der Wanderung nächtigen und sich erholen, um am nächsten Tag auf den Gipfel zu klettern. Während unserer Pause konnten wir die Kletterer in der Wand beobachten – sehr beeindruckend! Am Refugio de Vega Urriellu gibt es auch eine Quelle, an der du Wasser zapfen kannst.

Rückweg vom Naranjo de Bulnes bis nach Sotres

Da es am Fuß des Naranjo de Bulnes nach unserer Pause etwas frisch wurde haben wir uns nach etwa 40 Minuten Pause auf den Rückweg gemacht. Die Strecke hat sich dann doch nochmal gezogen und wir waren froh, dass ein netter Spanier aus Madrid uns kurz vor Sotres noch das letzte Stück in das Bergdorf fuhr. Zwar haben wir sein sauberes Auto ordentlich verschmutzt, wir haben uns aber sehr gut mit ihm und seinem Sohn unterhalten.

Naranjo de Bulnes Highlights

Ich würde jedem Wanderer, der ein gutes Fitnesslevel und gute Wanderschuhe hat die Tagestour zum Naranjo de Bulnes empfehlen. .

Für mich war es meine erste anspruchsvolle T4 Wanderung und ein eindrucksvolles Erlebnis:

  • Saftige Wiesen mit Gämsen, Kühen und Pferden
  • Aussicht auf der Meer und umgebende Berge
  • Tiefe, beeindruckende Täler
  • Anspruchsvoll und herausfordernd
  • Blick auf den beliebtesten Gipfel des Picos de Europa

Hilfreiche Links zum Naranjo de Bulnes:

Tourenbeschreibung mit alternativer Route:
https://www.bergwelten.com/t/w/11212
Auf den Naranjo de Bulnes klettern:
https://www.vertikale-welten.de/de/alpinklettern-spanien-naranjo-de-bulnes.php

Über Jasmin 20 Artikel
Hi, ich bin Jasmin. Neben Yoga ist es die Natur, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Deswegen schätze ich kaum etwas so sehr wie ein gutes Outdoor-Abenteuer.

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